Von alten und neuen Branchen-Denkweisen
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Von alten und neuen Branchen-Denkweisen

Katharina Mückstein, Juni 2017

„Wir haben augenblicklich ein sehr modernes Problem: Die Marktlogik hat die Haltung zur Kunstförderung ausgehöhlt, der Effizienz-Gedanke wird immer herangezogen, wenn er taugt, die eine oder andere Argumentation zu stärken. Und statt uns zu wehren, haben wir – die Kunstschaffenden selbst! – diese Argumentation internalisiert. Wir argumentieren selbst mit Wirtschaftlichkeit, wenn es darum geht, die eigenen Filme gut und die der anderen schlecht zu reden. Ich denke, das ist ein großer Fehler.“

„Ich bin ein Flaneur mit Kamera“
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„Ich bin ein Flaneur mit Kamera“

Johannes Gierlinger, April 2017

„Für mich erzeugt das Filmen ein Bewusstsein, das dauert. (…) Das ist, was für mich das Festhalten auf einem Filmstreifen ist. Die Dauer steht im Zustand des Filmens über den Dingen und ist der Zeit fremd. Es erzeugt Freiheit.“

Über die mögliche Abschaffung bestimmter Kinobilder
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Über die mögliche Abschaffung bestimmter Kinobilder

Serafin Spitzer, April 2017

„Die Methoden rund um das Drehen von ‚digitalen Bildern’ haben vor allem dazu geführt, Entscheidungen nach hinten zu verschieben, und es wurde so getan, als wäre das wünschenswert – während eine Kadrage auf Film, ein Fussel im Bildfenster, ein Kratzer auf der Emulsion, eine Einstreuung auf der Optik im Zweifelsfall dazu gehört hatte und einfach akzeptiert werden musste. Ich denke, viele sehnen sich wieder nach genau dieser Coolness, denn digitale Bilder haben unsere Sehgewohnheiten verändert und den Spielraum für das Ungewöhnlichere, Unerwartete verengt. Das führt bis hin zu einer bestimmten Erwartungshaltung, wie Kino auszusehen hätte.“

Süß oder salzig?
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Süß oder salzig?

Maria Luz Olivares Capelle, April 2017

„Also, worüber reden wir, wenn wir fragen: Analog oder digital?
Das ist, als würde ich fragen:
Schwarz-weiß oder Farbe?
Acryl oder Öl?
Süß oder salzig?
Im Prinzip würde ich antworten: Ja, beides. Aber wofür?“

Film als Co-Autor – Die Trägheit als Potential
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Film als Co-Autor – Die Trägheit als Potential

Viktoria Schmid, April 2017

„Ich entscheide mich für eine Sprache. Sag ich das jetzt lieber in Deutsch oder Englisch oder ist’s diesmal besser, eine SMS oder E-mail zu schreiben? Das Medium wird zur Sprache und manche Sprachen können bestimmte Dinge eben besser ausdrücken. Und du musst aus deinem Medium etwas machen, der reine Material-Fetischismus ärgert mich, weil er nicht reicht.“

Zwischen Widerständigkeit und Selbstverständlichkeit
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Zwischen Widerständigkeit und Selbstverständlichkeit

Philipp Fleischmann, April 2017

„Der analoge Film scheint so ganz und gar nicht zu unserem aktuellen Umgang mit Medien und Bildern zu passen.
Die gefilmten Bilder sind nicht umgehend sichtbar. Sie sind nicht umgehend teilbar. Sie sind nicht umgehend bewertbar. Sie sind rar und teuer.
Um analoge Filme sehen zu können, benötigt es eine physische Teilnahme an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. (…)
Diese Widerständigkeit im Medium hat nicht nur ein enormes künstlerisches und kritisches Potential.
Der analoge Film selbst ist dadurch auch einer der besten Kunstlehrer.“

Schamlos ist die Zukunft
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Schamlos ist die Zukunft

Markus Keuschnigg, September 2016

„Die heimische Filmlandschaft hat den Anschlusszug verpasst. […] Der Fantastische Film muss, wie es in vielen anderen Produktionsländern längst üblich ist, auch in Österreich so selbstverständlich sein wie der Dokumentar- oder der Avantgardefilm, muss mitgedacht werden, wo er es die längste Zeit nicht wurde, muss gefördert werden, wo er verhindert wurde, muss gefeiert werden, wo er versteckt wurde.“

Mein Kino von morgen: die entgrenzte Leinwand
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Mein Kino von morgen: die entgrenzte Leinwand

Gregor Schmidinger, März 2016

„Wo sehe ich persönlich die Zukunft des Kinos? Reagierend auf die neue digitale Ökonomie, in der wir bereits leben. […] Am Ende steht für mich eine Vision eines Kinos, welches sich durch einen entgrenzten sozialen Erlebnisraumes definiert, in dem ein Dialog zwischen dem Filmemacher und dem Zuseher über Raum und Zeit stattfinden kann.“