RaumZeitHund
Film

RaumZeitHund

Nikolaus Eckhard, 2010, 6 min

In RaumZeitHund wird ein vor fast 140 Jahren unternommener Versuchsaufbau von Edward Muybridge reinszeniert: der auf 24 Fotoplatten aufgezeichnete Galopp eines grauen Windhundes aus den 1870ern wird nun von einer braunen Bracke durchgeführt – in Farbe, mit einer 35mm Highspeed-Kamera aufgenommen und durch digitales Motion-Tracking stabilisiert. Während die ursprünglichen Aufnahmen eine vermeintliche Überlegenheit des „maschinellen Auges“ demonstriert, befasst sich „RaumZeitHund“ mit der Modellierbarkeit desselben und dem Absolutheitsanspruch, der von solchen Bewegungsbildern ausgeht. Was sich anfangs in den ruhigen Lauf des Hundes wie vereinzelte Fehler einmengt, wird mehr und mehr zum System des Filmes; scheinbare Störungen der Kontinuität der Bewegung verweisen immer stärker auf den Produktionscharakter der Illusionsmaschine Film. Ohne die Bewegung zu zerstören, folgt die Reihung der Bilder nicht länger der Chronologie der Aufnahmen, sondern mathematischen Funktionen.

Idee/Realisierung Nikolaus Eckhard
Kamera Mark Gerstorfer, Anna Manhardt
Licht Severin Fiala, Johann Lurf, Harald Traindl

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