Schneemann
Film

Schneemann

Leni Gruber, 2018, 20 min

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Es ist Sommer, es ist heiß, und eigentlich hat Antonia nichts zu tun, außer Tschick rauchend im Bett rumzuhängen und das Zimmer der Mitbewohnerin zu durchstöbern. Vom Vater kehrt sie mit einer geschnitzten Doppelgängerin zurück, einsam bleibt sie trotzdem, die ersehnte Geborgenheit vom Liebhaber erweist sich als enttäuschte Illusion. Nichts ist beständig, alles flüchtig, und manchmal will man einfach nur zurück in Mamas Bauch. (Programmfolder Tour Oktober 2018)

Heiß ist es, zäh alles. Die Studentin Antonia steckt in Wien in ihrem Alltag fest. Aufstehen ist überschätzt. Etwas Struktur wäre gut. Eine feste Form, an der sie sich orientieren will. Ihren Papa wollte sie besuchen. Immerhin ein Fixpunkt an diesem Tag. Aber das kann noch ein bisschen warten. Langsam, nicht zu schnell, sie ist noch nicht bereit. Ins Zimmer der Mitbewohnerin streunen, ein wenig fantasieren, wie es wäre, wäre man jemand anderer. Anstrengend. Irgendwie hat Antonia es ein wenig später doch aus der Wohnung geschafft, die unförmige Skulptur heimgeschleppt, die der Papa ihr geschenkt hat, unbefriedigenden Sex mit ihrem Freund gehabt, der keine Beziehung will. Alles schmilzt, das spürt Antonia, das Weiche fällt ab. Sie wird noch wachsen. Ein neorealistisches Sommermärchen, das Leni Gruber hier erzählt, poetisch und verspielt. (Alexandra Zawia, Katalog Diagonale’18)

Regie/Drehbuch/Produzentin Leni Gruber
Kamera Angelika Spangel
Schnitt Lukas Meissner
Originalton Paul Porenta
Sounddesign Benedikt Palier, Ken Rischard
Szenenbild, Kostüm Milena Czernovsky
DarstellerInnen Katharina Farnleitner, Valentin Postlmayr, Rainer Egger
Produktion Filmakademie Wien

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